Absinthe Fragen

Welcher Absinthe hat den größten Thujonanteil?
Thujon ist mit Sicherheit für Neulinge ein wichtiges Thema. In der Presse wurde dessen Wirkung sehr in den Vordergrund geschoben. Was ist aber an diesem Mythos wirklich dran? Wie wirkt Thujon? Ist mehr Thujon auch gleichbedeutend mit mehr Wirkung? Das alles sind Fragen, die wir regelmäßig gestellt bekommen und hier kurz beantworten möchten:

Thujon ist ein Alkaloid, das belebend – und damit gegenläufig zum Alkohol wirkt. Gerade dieses Zusammenspiel ist gefährlich, denn hat man erst einmal ein paar Gläser getrunken, kann die Wirkung des Alkohols erstaunlich schnell „durchschlagen“. Wir raten grundsätzlich zu moderatem Genuss! Die Wirkung von Absinthe ist nicht auf Thujon, sondern auf den hohen Alkoholgehalt zurückzuführen. Wir halten es für unseriös, Absinthe mit der angeblichen Wirkung von Thujon zu bewerben. Nicht nur aus diesem Grund liegt unser Hauptaugenmerk auf authentisch reproduziertem Absinthe – Absinthe, so wie er vor über 100 Jahren produziert wurde.
Früher hatte Absinthe einen wesentlich höheren Thujongehalt!
Diese These steht zur Diskussion. Ian Hutton (ein renommierter Absintheur aus England) wollte es vor einiger Zeit genau wissen und ließ eine Probe eines Pernod Fils Absinthe vom Anfang des 20. Jahrhunderts analysieren. Dabei kam heraus, dass dieser Absinthe 6mg Thujon enthielt. Damit ist zweifelsfrei belegt, dass Absinthe aus der Belle Epoche nicht zwangsläufig einen höheren Thujongehalt hat als heutiger Absinthe. Belegt wird das auch dadurch, daß selbst originalgetreue Reproduktionen keinen erhöhtern Thujonwert aufweisen.
Zwischenzeitlich gibt es auch eine ganze Reihe von Analysen, die vom Leiter des Veterinäramts Karlsruhe (Lachenmeier) und weiteren internationalen Kompetenzen (T.A. Breaux, D.N. Maister) durchgeführt wurden. Demnach hatte keiner der 25 alten Absinthesorten einen überhöhten Thujongehalt. Das bestätigt sich auch immer wieder, wenn man heute, traditionell produzierten Absinthe analysiert.
Gibt es auch Absinthe ohne Anis?
Die Basisrezeptur eines Absinthes besteht grundsätzlich aus der ‘Dreifaltigkeit’ – Wermut, Anis und Fenchel. Fehlt eines dieser Kräuter, ist es kein Absinthe! Es gibt jedoch Rezepturen, bei denen mehr und bei denen weniger Anis verwendet wird. Selbstverständlich beschränken sich die Rezepturen aber nicht auf diese Kräuter. Es gibt eine große Vielfalt an Kräutern, die für eine Absintherezeptur in Frage kommen.

Macht Absinthe blind?
In der Blütezeit des Absinthe gab es das wohl. Als Anfang des 20. Jahrhunderts der Absintheboom auf seinem Höhepunkt war, war das auch die Zeit in der einige Weinernten sehr schlecht ausfielen. Damals gab es ein Problem mit der aus Amerika kommenden Reblaus. Da zur Absintheproduktion aber Rohalkohol benötigt wurde, wichen einige Hersteller auf billigen Industriealkohol aus. Auch die Lagerung der Spirituosen entsprach nicht dem, was wir heute für selbstverständlich halten. So wurde Absinthe scheinbar auch in Bleifässern gelagert – heute gänzlich undenkbar… Die Folgen kann man sich vorstellen. Heute sind die Hersteller gezwungen, so zu produzieren, dass man keine Gesundheitsschäden erleidet, wenn man Absinthe trinkt.

Wie sollte Absinthe gelagert werden?
Auf keinen Fall im Kühlschrank. Lagern Sie Absinthe am besten wie Wein. Trocken, dunkel und kühl. Spirituosen werden im Gegensatz zu Wein aber nicht liegend, sondern stehend gelagert.
Wie lange ist Absinthe haltbar?
Spirituosen sind nicht verderblich, sie verändern sich aber mit der Zeit. Viele Produkte profitieren sogar von einer Lagerung. Wir empfehlen, eine einmal geöffnete Flasche innerhalb eines Jahres zu konsumieren.